Mehrheit für aktive Sterbehilfe


Jeder Zweite schlecht informiert
Mehrheit für aktive Sterbehilfe

Im Falle einer schweren Erkrankung möchten 70 Prozent der Deutschen für sich selbst die Möglichkeit haben, zum Beispiel auf ärztliche Hilfe bei der Selbsttötung zurückgreifen zu können. Das geht aus einer aktuellen und repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor. Breite Zustimmung gibt es dafür, dass der Deutsche Bundestag eine gesetzliche Regelung zum Thema trifft.

Gesetzliche Regelung erwünscht

In Deutschland gibt es bislang kein spezielles Gesetz, das ein Sterben durch Sterbehilfe bei unheilbaren Krankheiten regelt. Das soll sich ändern. Die Debatte um aktive Sterbehilfe ist im Bundestag angekommen. Noch in diesem Jahr könnte es ein neues Gesetz dazu geben. Laut Umfrage der DAK-Gesundheit finden es 79 Prozent der 1005 Befragten gut, dass der Deutsche Bundestag dieses Thema aufgreift. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Politik ein Thema diskutiert, dass die Menschen sehr bewegt“, erklärt der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Herbert Rebscher.

Kaum ein Thema diskutieren Politiker derzeit so kontrovers. Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage zeichnen dagegen ein eindeutiges Bild: Bei der Frage nach der persönlichen Einstellung zur aktiven Sterbehilfe gaben 70 Prozent der befragten Männer und Frauen an, dass sie die Option haben möchten, im Falle einer schweren Krankheit selbst auf diese Möglichkeit zurückgreifen zu können. Die Umfrage legt aber auch offen, dass es beim Thema Sterbehilfe Aufklärungsbedarf gibt. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich nicht ausreichend informiert. 

Patientenverfügung von Älteren oft genutzt

Breit genutzt wird die bestehende gesetzliche Regelung zu Patientenverfügung, Sie gibt an, ob und wie Ärzte bei schweren Erkrankungen lebenserhaltende Maßnahmen einsetzen. Hier besteht bereits die Möglichkeit, seinen persönlichen Wunsch festzuhalten. Jeder vierte Befragte besitzt eine Patientenverfügung, bei den Befragten ab 60 Jahren sind es 44 Prozent.

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