Melatonin als Schlafmittel


Fluch oder Segen?
Eine Frau mit Schlafmaske liegt auf dem Bett
mauritius images / fStop Images / Jutta Klee
Manchen hilft Melatonin beim Einschlafen

Ein sanftes Schlafmittel, das auch noch freiverkäuflich ist – die Einnahme von Melatonin klingt erst einmal verlockend. Doch wie wirksam ist Melatonin und was sind mögliche Gefahren?
Schlafförderndes Hormon
Melatonin ist ein Hormon, das der menschliche Körper selbst herstellt.  Es wirkt schlaffördernd und hat einen Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus. Melatonin kann deshalb bei manchen Menschen tatsächlich die Zeit zum Einschlafen verkürzen und die Durchschlafzeit verlängern. Die Wirkung ist allerdings von Person zu Person sehr unterschiedlich. Derzeit gibt es keinen Beleg dafür, dass Melatonin bei jeder Person zuverlässig als Schlafmittel wirkt. Dennoch wird Melatonin unter bestimmten Umständen als Arzneimittel verschrieben: Etwa bei zeitlich begrenzten Schlafstörungen bei über 55-jährigen sowie bei Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung.

Unterschiedliche Dosierungen
Melatonin gibt es aber nicht nur als Medikament. Es ist als Nahrungsergänzungsmittel auch frei in Apotheken oder Drogerien verfügbar. Als Nahrungsergänzungsmittel bringt Melatonin ganz eigene Probleme mit sich, denn Nahrungsergänzungsmittel werden nicht auf Sicherheit, Wirksamkeit oder Verträglichkeit kontrolliert. So kann die Dosis der Melatonin-Präparate stark schwanken. Manche enthalten nur 0,5 mg, andere 10 mg. Zum Vergleich: Bei rezeptpflichtigem Melatonin beträgt die Tagesdosis meistens 2 mg.
Bundesinstitut rät ab
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät von einer langfristigen und unbedachten Einnahme frei verfügbarer Melatonin-Präparate ab. Das gilt vor allem für Schwangere und Stillende sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Bei Babys und Kindern baut sich Melatonin langsamer ab als bei Erwachsenen. Dadurch steigt die Gefahr, dass sich das Hormon im Körper ansammelt. Dazu verursacht Melatonin Nebenwirkungen wie verminderte Aufmerksamkeit, Tagesmüdigkeit und verlängerte Reaktionszeit – was insbesondere im Straßenverkehr zum Problem werden kann. Zusätzlich kann es zum Blutdruckabfall und und einen veränderten Blutzuckerspiegel kommen.

Ärztliche Beratung empfohlen
Ob bei dauerhafter Einnahme weitere Nebenwirkungen entstehen, ist unklar, weil Langzeitstudien bisher fehlen. Dazu kann es Melatonin die Wirkung anderer Arzneimittel verändern. Das Fazit: Wer Melatonin ein oder zweimal einnimmt, um einen Jetlag abzumildern, der hat nichts zu befürchten. Wer an Schlafstörungen leidet, sollte sich lieber ärztlich beraten lassen, um die passende Behandlung zu finden.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Unsere Kundenkarte

News

Sicher Autofahren mit Diabetes
Sicher Autofahren mit Diabetes

Dem Unterzucker keine Chance!

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Unfälle beim Autofahren. Das liegt daran, dass es trotz moderner Therapien immer noch zu Unterzuckerung (Hyperglykämie) kommen kann – und dadurch zu Sehstörungen oder Schwindel. Expert*innen haben Tipps zusammengetragen, wie man auch mit Diabetes sicher Auto fährt.   mehr

Hilft die Pille gegen Liebeskummer?
Hilft die Pille gegen Liebeskummer?

Was die Werbung verspricht

Eine Pille gegen Liebeskummer – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Angeblich ist die Wirkung sogar durch eine Studie belegt. Aber halten die Ergebnisse auch einer genaueren Prüfung stand?   mehr

Blasen vorbeugen und behandeln
Blasen vorbeugen und behandeln

Wenn der Schuh drückt

Ob nach einer langen Wanderung oder einem ausgiebigem Shoppingtrip – Blasen entstehen schnell und sind oft schmerzhaft. Das sind die besten Tipps, um Blasen vorzubeugen oder sie schnell wieder zum Abheilen zu bringen.   mehr

Mit Bewegung gegen Parkinson
Mit Bewegung gegen Parkinson

Gehen, Tanzen, Gewichte stemmen

Ohne Medikamente geht es nicht beim Morbus Parkinson. Die Erkrankten profitieren aber auch von nicht-medikamentösen Maßnahmen. So können sportliche Aktivitäten, aber auch Verfahren zum Stressabbau die Beschwerden häufig lindern.   mehr

Depressionen bei Kindern erkennen
Depressionen bei Kindern erkennen

Reizbar, weinerlich oder freudlos

Depressionen haben bei Kindern viele Gesichter: Manche werden reizbar oder ängstlich, andere bekommen Probleme in der Schule oder ziehen sich extrem zurück. Je nach Alter gibt es verschiedene Warnzeichen. Schöpft man Verdacht, sollte frühzeitig die Kinderärzt*in eingeschaltet werden.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im Mai

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Temperaturalarm im Kinderzimmer

Wie misst man die Temperatur am besten? Muss man Fieber senken? Und vor allem: Wann muss das Fieberk ... Zum Ratgeber
Georg-Apotheke
Inhaber Martin Wernet
Telefon +49231122501
Fax +4923110 39 68
E-Mail georgapo758@gmail.com