Neue Krankheit entdeckt


Übergewichtig durch inaktives Hormon
Neue Krankheit entdeckt

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Ulms haben eine neue Ursache für extremes Übergewicht entdeckt. Sie untersuchten ein 40-Kilogramm-schweres Dreijähriges. Dabei stellten sie fest, dass das Kind nur die inaktive Form des Sättigungshormons Leptin produziert. Den Forschern ist es gelungen, ihren jungen Patienten durch biotechnologisch hergestelltes Leptin zu therapieren. Inzwischen suchen sie nach ähnlichen Krankheitsbildern.

Leptin – ein Botenstoff für das Sättigungsgefühl

Der Botenstoff Leptin entsteht im Fettgewebe, wenn die Fettmasse und die Fettzellgröße hoch sind. Im Gehirn vermittelt er das Sättigungsgefühl. Leeren sich die Fettspeicher, sinkt der Leptin-Pegel und das Gehirn stellt sich wieder auf Nahrungsaufnahme ein. Dass Leptinmangel zu Übergewicht führt, ist bereits seit längerer Zeit bekannt.

Erhöhte Leptinspiegel trotz Übergewicht

Im Fall des 40-Kilogramm schweren Kleinkindes, das besorgte Eltern in das Universitätsklinikum Ulm brachten, diagnostizierten die Forscher statt eines Leptin-Mangels erhöhte Leptinwerte. „Diese Konstellation hat mich an andere Krankheitsbilder aus der Kinderendokrinologie erinnert, bei denen Eiweißhormone vom Körper hergestellt werden und auch im Blut messbar sind, jedoch keine Wirkung entfalten“, berichtet Prof. Dr. Martin Wabitsch, Sektionsleiter der Pädiatrischen Endokrinologie am Universitätsklinikum Ulm.

Inaktives Leptin als Krankheitsursache

Zusammen mit dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie führte Prof. Dr. Wabitsch verschiedene Experimente und Tests durch. Am Ende bestätigte sich sein Verdacht: Das übergewichtige Dreijährige produziert eine inaktive Form des Leptins. Dadurch bleibt das Sättigungsgefühl im Gehirn aus. „Das defekte Hormon kann keine Reduktion der Nahrungsaufnahme erzielen, während das normale, gesunde Hormon zu einer raschen Gewichtsabnahme führt“, erläutert Frau Dr. Pamela Fischer-Posovsky, Leiterin der experimentellen Arbeitsgruppe.

Therapiemöglichkeiten und Ausblick in die Zukunft

Mit Zustimmung der Ethikkommission des Universitätsklinikums verabreichten die Forscher dem Kind Metreleptin, eine gentechnisch gewonnene, aktive Leptin-Variante. Schon nach wenigen Tagen verschwand der unstillbare Appetit des kleinen Patienten. Während der nächsten Wochen nahm sein Gewicht deutlich ab. Damit haben die Forscher des Universitätsklinikums eindeutig den Zusammenhang zwischen inaktivem Leptin und extremen Übergewicht bewiesen. Patienten mit der gleichen Krankheit haben sich schon gefunden. Doch das Forscherteam möchte noch weitergehen „Der Befund hier lässt uns wach werden und nach anderen Krankheitsbildern in vergleichbaren Bereichen suchen“, sagt Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums.  

Unsere Kundenkarte

News

Verhütung in der Perimenopause
Verhütung in der Perimenopause

Passt die Methode noch?

Nähert sich eine Frau den Wechseljahren, nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ab. Muss dann noch verhütet werden und wenn ja, mit welcher Methode?   mehr

Impfungen im Herbst
Impfungen im Herbst

Hochsaison für Infektionen

In der kalten Jahreszeit nehmen Atemwegsinfekte wieder zu. Für viele Menschen sind jetzt Impfungen empfohlen. Was hat sich geändert und wo gibt es gute Informationen?    mehr

Kühlkappe schützt die Haare
Kühlkappe schützt die Haare

Haarausfall bei Chemotherapie

Haarausfall ist eine belastende Nebenwirkung einer Chemotherapie. Durch eine Kühlung der Kopfhaut lässt sich der Haarausfall verringern – doch nicht alle profitieren.   mehr

Mit Creme gegen Jucken und Schmerz

Jemand kratzt sich mit der einen Hand das stark juckende chronische Handekzem der anderen Hand auf.

Chronisches Handekzem

Mit starkem Juckreiz und Schmerzen ist ein chronisches Handekzem sehr belastend für die Betroffenen. Eine 2024 zugelassene Creme lindert die Beschwerden innerhalb weniger Tage.   mehr

Gut geschützt gegen RSV
Gut geschützt gegen RSV

Per Impfung oder Antikörpergabe

Respiratorische Synzytial-Viren, kurz RSV, sind eigentlich harmlose Erkältungsviren. Bei Säuglingen drohen bei einer Infektion aber schwere Verläufe. Was schützt besser: die Impfung oder die Gabe von Antikörpern?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im November

Dem Lipödem Einhalt gebieten

Dem Lipödem Einhalt gebieten

Von Kompression bis Liposuktion

Lipödeme sind nicht einfach eine Form von Übergewicht, sondern eine eigenständige Erkrankung. Neben ... Zum Ratgeber
Georg-Apotheke
Inhaber Martin Wernet
Telefon +49231122501
Fax +4923110 39 68
E-Mail georgapo758@gmail.com