Grippeschutzimpfung für Schwangere


Sinnvoll und sicher
Grippeschutzimpfung für Schwangere

Jetzt im Herbst ist der richtige Zeitpunkt dafür, mit einer Grippeschutzimpfung vorzusorgen. Viele werdende Mütter fürchten jedoch, ihrem Ungeborenen durch die Impfung zu schaden. Die Experten des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF) erklären, warum diese Sorge unbegründet ist und wie Mutter und Kind vom Grippeschutz profitieren.

Werdende Mütter besonders gefährdet
Jedes Jahr fallen während der Grippesaison in Deutschland 5000 bis 8000 Menschen dem Influenza-Virus zum Opfer. Besonders gefährdet sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Dazu gehören auch werdende Mütter, da die körpereigene Abwehr während der Schwangerschaft weniger aktiv ist. Erkranken sie an Grippe, steigt das Risiko für eine Frühgeburt sowie für Komplikationen wie beispielsweise eine Lungenentzündung. „Leider zeigen jüngste Untersuchungen, dass in Deutschland die Grippe-Impfung von Schwangeren nicht gut angenommen wird. Als zentrale Gründe hierfür werden die Annahme, dass der Erhalt der Impfung nicht notwendig sei, genannt sowie mangelndes Vertrauen in diese Präventionsmaßnahme“, bedauert Dr. Cristian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Dabei sind die Sorgen der Schwangeren, ihren Nachwuchs mit einer Impfung zu gefährden, unbegründet.

In Deutschland sind nur Totimpfstoffe gegen Influenza zugelassen. „Deren Sicherheit wurde sowohl für Schwangere als auch für Ungeborene bestätigt. Es kam zu keiner erhöhten Zahl von schweren Reaktionen aufgrund von Impfungen. Auch war weder die Anzahl der Frühgeburten oder Kaiserschnitte erhöht, noch gab es Unterschiede im Gesundheitszustand der Säuglinge nach der Geburt“, versichert Dr. Albring. Außerdem gibt es für werdende Mütter spezielle Impfstoffe, die weder Konservierungsmittel noch Antibiotika enthalten und deshalb besonders gut verträglich sind.
Schutz des Babys nach der Geburt
Ein positiver Nebeneffekt der Impfung in der Schwangerschaft: Der Nachwuchs wird quasi mitgeimpft. Über den Mutterkuchen (Plazenta) erhält das Kind Antikörper und ist so auch nach der Geburt in gewissem Maße vor den Grippeviren geschützt. „Influenzaimpfstoffe sind für Kinder unter sechs Monaten noch nicht zugelassen. Neugeborene durch die mütterlichen Antikörper vor einer Infektion zu schützen ist daher ein weiterer wichtiger Aspekt der Grippeimpfung bei Schwangeren“, berichtet der Experte. 
Ein Piks genügt

Der beste Zeitpunkt für eine Grippeschutzimpfung sind die Monate Oktober und November. Dann stehen die neuen Impfstoffe zur Verfügung, die auf aktuell verbreitete Virustypen abgestimmt sind. Etwa 10 bis 14 Tage nach der Impfung ist der Schutz vollständig aufgebaut. Generell empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Grippeschutzimpfung für gesunde Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. „Wenn bei schwangeren Frauen durch chronische Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für Grippekomplikationen vorliegt, kann auch schon im 1. Schwangerschaftsdrittel geimpft werden“, erklärt Dr. Abring. Auch während der Stillzeit ist eine Impfung sinnvoll und problemlos möglich. Die Kosten übernimmt in jedem Fall die Krankenkasse.

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