Der Gründünger
Düngung allgemein
Mehrere Möglichkeiten der Düngung gibt es im biologischen
Anbau: Mist und Kompost, Tierische Produkte wie Hornmehl, Knochenmehl
etc., Rizinusschrot, Ackerbohnenschrot oder Sojaschrot und eben die
Gründüngung.
Bei allen Düngemethoden außer dem Gründünger werden
Nährstoffe dem Bodenleben zugeführt. Dieses Bodenleben setzt
die Ausgangsstoffe so um, daß sie am Ende den Pflanzen als Nahrung
dienen.
Gründünger
Der Gründünger ist in der Regel eine Aussaat aus einer Pflanzenmischung.
Fast immer sind Leguminosen dabei. Leguminosen (eine Pflanzenfamilie)
können mit Hilfe der Knöllchenbakterien in den Wurzeln die
Dreifachbindung des Luftstickstoffes knacken und den Stickstoff somit
pflanzenverfügbar machen. Im normalen chemischen Verfahren, dem
sogen. Haber-Bosch-Verfahren braucht es dazu hohen Druck, 800 C°
und Platin als Katalysator. Auch bei einem Gewitter wird in den Blitzen
genügend Energie frei, damit Stickstoff geknackt wird. Der Gewitterregen
ist tatsächlich ein fruchtbarer Regen. Die Leguminosen brauchen
dazu kein lautes Getöse, keinen Katalysator aus Platin oder hohen
Druck. Die machen das mit den Knöllchenbakterien einfach so.
Leguminosen und andere Pflanzen für die
Grüngüngung
Leguminosen sind alle Bohnen, Erbsen und Linsen, auch die Wicken. In
der Praxis werden Leguminosen mit anderen Planzen gemischt, z.B. Gräsern,
die den Boden gut durchwurzeln und lockern, Sonnenblumen, die einfach
durch ihre Größe viel Pflanzenmenge haben, oder die Phacelia,
eine hellblaue, leicht in's lila gehende feine Blume. Sie haben bestimmt
in unserer Gegend schon eines dieser schönen blauen Phaceliafelder
gesehen. Es lohnt sich, ein solches Feld mal näher zu erleben.
Da ist zum einen der Geruch und zum anderen eine faszinierende Menge
und Vielfalt an summendem und brummendem Getier. So lebendig es bei
der Phacelia oben zugeht, so lebendig ist es auch an den Wurzeln.
Funktion des Gründüngers
Mit ihren Wurzelausscheidungen bringen die Gründüngungspflanzen
Lebendigkeit in den Boden, durchlüften und reinigen ihn. Zugleich
binden sie Nährstoffe und verhindern so deren Auswaschung. Ist
eine Gründüngungsaussaat reif, wird sie in die obere Bodenschicht
eingearbeitet, funktioniert dort wie eine lebendige Bodendecke (Mulch)
und gibt im Laufe des Zersetzungsprozesses langsam Nährstoffe für
unsere Kulturpflanzen ab. Ein Gründünger braucht Zeit und
in dieser Zeit wächst kein Salat. Mit ein Grund, warum im biologischen
Anbau alles etwas langsamer geht.
Beim gärtnerischen Anbau ist aber oft die Fläche
zu kostbar, vor allem die in den Gewächshäusern. Dann muß
einfach Dünger zugeführt werden, z.B. Ackerbohnenschrot vom
Kollegen, der genügend Ackerbohnen hat, so daß er davon abgeben
kann. Hornmehl kennt fast jeder Kleingärtner aus eigener Praxis,
den Mist und den Kompost auch.
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